Hinter den Kulissen

Interview mit Johann Oberhofer, VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg, 
zum Thema Elektromobilität

Die Volks- und Raiffeisenbank Starnberg-Herrsching-Landsberg ist einer der ersten gemeinsamen Kunden der Kooperation zwischen DG VERLAG und
DRWZ Mobile. Aus diesem Grund wollten wir wissen: Was waren die Gründe, sich für das Thema Elektromobilität zu entscheiden.
Hier lesen Sie das Interview mit Herrn Johann Oberhofer (62), Bereichsleiter Marketing, verheiratet, vier Kinder und wohnhaft in einem 350 Jahre alten Bauernhof mit Photovoltaik-Anlagen und Speicherbatterie.

Guten Tag Herr Oberhofer, 
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns ein paar Fragen zum Thema Elektromobilität zu beantworten. 
Sie sind Bereichsleiter Marketing in der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg und haben vor Ort eine Schnellladesäule und E-Fahrzeuge in Ihrem Fuhrpark. 

Wie stehen Sie also zu Elektromobilität? 
Elektromobilität kann nicht alle Probleme des Verkehrs lösen, ist aber eine sinnvolle und wichtige Alternative neben anderen innovativen Lösungen. 

Die Henne-Ei Frage: Was war zuerst bei Ihnen in der Bank vorhanden? Das Elektrofahrzeug oder die Ladesäule? 
Wir haben zuerst die Ladesäule installiert und dann den BMW i3 als Poolfahrzeug in unseren Fuhrpark aufgenommen. Eigentlich hätte es zeitgleich geschehen sollen, aber die Lieferzeit des i3 hatte sich leicht verzögert. 

Wann haben Sie das erste Mal mit dem Gedanken einer Ladesäule gespielt? 
Als ich von dem Pilotprojekt des DG Verlags und des BVRs gelesen habe.
Nach den ersten beiden Projektsitzungen war ich überzeugt, dass das Engagement in Elektromobilität ein Mehrwert für unsere Bank und die Genossenschaftsorganisation sein wird. 

Und wie lange hat es dann gedauert bis die Ladesäule offiziell zur Nutzung bereitstand? 
Knapp ein Jahr nachdem wir uns für das Investment in die Elektromobilität entschieden haben, konnten wir die Eröffnung der Ladesäule feiern. Etwas mehr Zeit als geplant mussten wir wegen der neuen Stromleitung in Kauf nehmen, sonst hätten wir zwei Monate früher an´s Netz gehen können. 

Was hat der DG Verlag, die Abteilung GenoMobilität, für Sie übernommen? 
Die Unterstützungsleistungen des DG Verlags war mit ausschlaggebend, dass wir das Projekt realisiert haben. Die Kompetenz und der Support waren und sind eine große Unterstützung. Auch die Abwicklung des Zahlungsverkehrs ist für die Bank ein überschaubarer Aufwand. Ebenso ist die Prüfung von rechtlich relevanten Positionen durch den DG Verlag eine große Hilfe. 

Was waren die entscheidenden Gründe für die Errichtung einer Ladesäule sowie die Anschaffung eines E-Fahrzeugs? 
Einer unserer Unternehmenswerte ist Nachhaltigkeit. Allein aus diesem Grund ist ein Engagement in Elektromobilität erklärbar.
Zusätzlich liegt unsere Hauptstelle direkt am Bahnhof in Herrsching, an dem täglich rund 3.000 Pendler zu S-Bahn gehen.
Der Standort der Ladesäule ist prädestiniert, um Menschen zu dem Thema Elektromobilität zu sensibilisieren.  

Wie kamen Sie darauf die Fahrzeuge über die DRWZ Mobile zu beziehen?  
Wir haben einen Großteil unserer Firmenfahrzeuge über die DRWZ Mobile bezogen und immer gute Erfahrungen damit gemacht. Deshalb war klar, dass wir auch unser Elektrofahrzeug über die DRWZ Mobile beziehen. 

Wie groß ist Ihr Fuhrpark? Und wie viele Fahrzeuge davon sind mit elektrischem Antrieb? 
Unser Fuhrpark umfasst insgesamt sechs Fahrzeuge, davon zwei Elektrofahrzeuge und ein gasbetriebenes Fahrzeug. Hinzu kommen noch unsere Vorstandsfahrzeuge. 

Welche Chancen bieten sich durch die Ladesäule und die E-Fahrzeuge?  
Mit unserem Engagement in der Elektromobilität zahlen wir auf unseren Unternehmenswert Nachhaltigkeit ein. Wir haben in unserer Region eine Expertise für Elektromobilität aufgebaut. Deshalb wurden wir in den Expertenkreis für Elektromobilität des Landkreises Starnberg eSTArt berufen. Dadurch haben wir Zugang zu neuen Netzwerken erhalten, die wir sonst nur mit viel Aufwand und Energie bekommen hätten. Derzeit lassen wir einen CO2-Fußabdruck erstellen, in dem sich das Engagement in der Elektromobilität ebenfalls positiv auswirkt und transportiert werden kann. 

Welche Rückmeldungen haben Sie von Kunden, Nichtkunden und Presse erhalten?  
Wir haben 2014 die erste barrierefreie Schnellladesäule südlich von München installiert. Ich habe in meiner 30 jährigen Tätigkeit als Marketingleiter und Pressesprecher der VR Bank noch nie ein so positives und umfangreiches Presseecho erlebt wie bei der Eröffnung der Ladesäule. Dieses Projekt hat auch dazu geführt, dass uns die Kunden und Nichtkunden als modernes und innovatives Unternehmen wahrnehmen. 
Nachdem wir auch bei Fahrzeugspenden für soziale-karitative Einrichtungen E-Mobile verschenken, tragen wir dieses Engagement in die Öffentlichkeit und erhalten großen Zuspruch.  

Welche besonderen Erfahrungen haben Sie mit Ihren Ladekunden gemacht? 
Ausnahmslos gute Erfahrungen. Mehrmals haben wir E-Mails von Ladekunden erhalten, die begeistert waren von unserem Engagement. Insbesondere als das Laden noch kostenlos war. Vereinzelte Kritik kam wegen des Abrechnungssystems, weil die Preisberechnung nicht nach der geladenen Menge nach kWh berechnet wird, aber immer auch gleich mit dem Hinweis, dass der Service insgesamt anerkannt wird. 

Würden Sie anderen Banken und genossenschaftlichen Unternehmen den Einstieg in die Elektromobilität empfehlen? 
Ziel des Pilotprojektes war ja, dass sich viele Volks- und Raiffeisenbanken beteiligen, um so eine flächendeckende Versorgung mit Ladesäulen zu erreichen.  
Unser Vorteil war, dass wir 2014 die Ersten im südlichen Oberbayern waren. Demzufolge war die Reaktion in der Öffentlichkeit und der Presse überragend. Dies hat unsere Stellung als moderne und innovative Bank gestärkt. Nachdem E-Mobilisten hauptsächlich in den umweltbewussten und einkommensstarken Schichten zu finden sind, haben wir Zugang zu diesen Netzwerken erhalten und konnten auch attraktive Neukunden gewinnen. Wichtig ist, dass man E-Mobilität als Engagement in die Region, Umwelt und als Marketinginvestition sieht. Geld wird man kurzfristig nicht damit verdienen.


Herr Oberhofer, vielen Dank für das Interview.